Pham Thi Minh Thinh steht am 11.02.2017 in ihrem Laden in Hanoi (Vietnam). Vietnamesische Kriegspropaganda ist bei ausländischen Touristen in Vietnam als Souvenir sehr beliebt. (zu dpa «Kriegsplakate als Verkaufshit bei Vietnam-Touristen» vom 05.04.2017) Foto: Aleksandra Arefieva/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

In Hanoi floriert das Geschäft mit Vietnamkrieg-Postern. Sie zeigen gefangene US-Piloten und zerstörte Langstreckenbomber. Doch selbst amerikanische Touristen kaufen die kommunistischen Propagandadrucke.


Pham Thi Minh Thinh ist im Krieg aufgewachsen: Die 52-jährige Vietnamesin kann sich noch gut daran erinnern, wie sie sich als Kind in den Erdbunkern Hanois vor den Bomben der US-amerikanischen Streitkräfte versteckte. „Es war eine sehr schmerzvolle Zeit, weil die Bomben beinahe meine ganze Familie getötet haben“, sagt sie. Ein Luftangriff hatte das Haus der Familie zerstört, während sie sich im Bunker versteckt hatten.


Thinh wurde 1965 geboren, kurz nach dem Eintritt der USA in den Vietnamkrieg. Heute lebt sie vom Verkauf alter Propagandaplakate der nordvietnamesischen Kommunisten, die dem Krieg 1975 mit der Eroberung Saigons (heute Ho-Chi-Minh-Stadt) ein Ende setzten.


Die Poster kosten umgerechnet zwischen vier und 19 Euro, je nach Größe und Motiv. Eines zeigt etwa einen Vietcong-Kämpfer, der für die kommunistische Guerilla-Bewegung in Südvietnam bewaffneten Widerstand leistete. Auf einem anderen Plakat ist der frühere US-Präsident Richard Nixon abgebildet – als japanisches Filmmonster Godzilla.


Thinhs Kunden sind nicht etwa die Anhänger der Kommunistischen Partei Vietnams (KPV), die seit mehr als 40 Jahren an der Macht ist. Der kleine Verkaufsstand in Hanois Altstadt, zwischen Street-Food-Ständen und Backpacker-Hostels gelegen, zieht vor allem Touristen aus dem Westen an. Menschen, die von der geheimnisvollen Symbolik der Bilder fasziniert sind.






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