Von Andreas Landwehr, dpa

Nach Jahren rückläufigen Wachstums geht es in China wieder bergauf. Der Außenhandel erholt sich. Peking hat mit Konjunkturprogrammen kräftig nachgeholfen. Aber die Schulden steigen. Kann das gut gehen?


Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Wie das Statistikamt am Montag in Peking mitteilte, legte die zweitgrößte Volkswirtschaft seit Jahresanfang sogar um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Im vergangenen Jahr war Chinas Wirtschaft nur um 6,7 Prozent gewachsen – so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr.


Nach den 6,8 Prozent im letzten Quartal des vergangenen Jahres legte die chinesische Wirtschaft damit noch einmal zu. Für dieses Jahr hatte die Regierung eigentlich ein niedrigeres Wachstumsziel von «rund 6,5 Prozent» oder wenn möglich auch etwas mehr vorgegeben.


«Die Lage ist optimistischer als die Erwartungen», sagte Zheng Chaoyu, Wirtschaftsprofessor der Volksuniversität (Renmin Daxue) in Peking der Deutschen Presse-Agentur. Schon im letzten Quartal 2016 sei die Entwicklung überraschend gut gewesen. «Das war ein ziemlich guter Start und eine gute Vorbereitung für dieses Jahr.»


Die globale Nachfrage sei besser, auch hätten die Infrastrukturinvestitionen und andere Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur gewirkt. «Das Wachstum wäre ohne Stimulus zurückgegangen», sagte Zheng Chaoyu. «Das gegenwärtige Ziel ist, eine Depression zu verhindern.» Es gehe um die Wiederbelebung der Wirtschaft. China kenne haushaltstechnisch keine Grenzen bei den Konjunkturmaßnahmen.


Andere Experten warnten allerdings vor der steigenden Verschuldung und anderen Unsicherheiten wie den jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und dem anhaltenden Handelsstreit mit den USA. Auch wenn die Spannungen mit US-Präsident Donald Trump im Streit über das hohe Handelsdefizit der USA mit China nach dem Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping in Florida erstmal zurückgegangen seien, steht die Bewährungsprobe nach Einschätzung von Experten noch aus.


Vorerst zeigen die Konjunkturdaten aber nach oben. Die Anlageinvestitionen legten im ersten Quartal um 9,2 Prozent zu, während die Industrieproduktion um 6,8 Prozent wuchs, berichtete das Statistikamt. Auch die heimische Nachfrage war relativ stark. So stiegen die Einzelhandelsumsätze allein im März um 10,9 Prozent und insgesamt im ersten Quartal um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.


Chinas Wirtschaft habe den Schwung zum Jahresende mit ins erste Quartal nehmen können, sagte Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. «Es wäre allerdings trügerisch davon auszugehen, dass das Wachstum weiter anziehen wird», sagte Zenglein. «Der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft bleibt bestehen.» Die Regierung traue den Marktmechanismen nicht und interveniere, wenn es nicht nach Plan laufe. «Dadurch jongliert sie gleichzeitig mit einer zunehmenden Anzahl an Brandherden.»


Auch der Immobilienboom habe zum Wachstum beigetragen, sagte Liu Yuan, Wirtschaftsprofessor an der Volksuniversität, und warnte vor einer Blase. «Die Kontrolle des Immobilienmarktes hat keine gute Wirkung gezeigt.» Insgesamt sei die Stimmung in den Unternehmen aber gut. Die Industrie erhole sich offensichtlich. Auch sei das Wachstum bei den privaten Investitionen stabil.






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