Der „verlorene Sohn Chinas“ hat traumhafte Sehenswürdigkeiten, die mit der Millionenstadt Taipeh und beeindruckenden Nationalparks gegensätzlicher nicht sein könnten. Wer einmal da war, kommt wieder.


„Dieses Land ist extrem modern.“ Albert lächelt. „Trotzdem sind die Taiwaner nach wie vor stolz auf ihre jahrtausendealte Tradition“, erklärt uns der Tourguide.


Portugiesische Seefahrer tauften die Insel einst Ilha Formosa, was so viel bedeutet wie „schöne Insel“. Die Seefahrer sollten recht behalten. Taiwan hat sich nicht an Pauschaltouristen angepasst, das Land ist ein Geheimtipp fernab des Massentourismus. Nur wenige Österreicher bereisen die Ilha Formosa, gerade einmal rund 6000 besuchen das Land pro Jahr (umgekehrt reisen jedes Jahr 120.000 Taiwaner nach Österreich).


Für uns völlig unverständlich. Denn die Pazifikinsel vereint rund 160 Kilometer vor der Südostküste Chinas die schönsten Seiten Asiens auf kleinster Fläche.


Per Fahrrad geht es für uns durch die Umgebung von Yilan, vorbei an atemberaubenden Schluchten, Bergen und ganz viel Grün. Die Mittagssonne brennt vom Himmel, drückende Schwüle liegt in der Luft. Das tut der guten Laune keinen Abbruch. Im Gegenteil. Stress gibt es hier nicht.


Grüne Oase
Wer Ruhe sucht, findet diese auch im Yangmingshan Nationalpark, einer Naturoase unweit von Taipeh. Neun Nationalparks gibt es in Taiwan, aber wir sind uns – umgeben von dichten Wäldern – sicher, in einem der schönsten gelandet zu sein. Heiße Quellen sprudeln aus dem Boden, es riecht nach Schwefel. Der weiße aufsteigende Rauch schafft eine mystische Atmosphäre, für einen Moment wähnen wir uns in Island.


Auch ein Abstecher auf die Insel Kinmen lohnt sich. Nur eine Flugstunde von der Hauptstadt entfernt, war sie jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet, heute ist die gesamte Insel quasi ein einziges Freilichtmuseum. Man bekommt einen Eindruck davon, wie das ländliche China heute aussehen könnte, wenn Mao den Bürgerkrieg nicht gewonnen hätte.


Wir besuchen kleine Orte mit historisch anmutenden Häusern und Tempeln. An jeder Ecke sichtbar: Der filigrane Ziegelstein-Baustil der Fujian-Architektur.


Die militärische Vergangenheit von Kinmen ist dabei omnipräsent, Besuchern wird ein buntes Spektakel geboten. So auch uns. „Bumm!“ Ein ohrenbetäubender Knall lässt uns aufhorchen. Im Rahmen einer Militäraufführung wurde eine Kanone abgefeuert – an Facettenreichtum mangelt es Taiwan wahrlich nicht. Trotz der geografischen Nähe zum chinesischen Festland – es ist nur zwei Kilometer entfernt – gehört Kinmen nämlich nicht zur Volksrepublik China, sondern zur „Republik China“, wie der offizielle Name Taiwans lautet.


Die Sonne steht bereits tief, als wir am nächsten Tag durch die Dihua Street schlendern. In der Luft liegt eine Duftwolke aus Gewürzen, gebratenem Fisch und Fleisch. Garküchen mit fernöstlichen Snacks reihen sich an kleine Läden, unsere Blicke schweifen abwechselnd von links nach rechts. Zu viele Eindrücke, als dass man auch nur einen davon versäumen möchte. Wir befinden uns in Taipeh, der pulsierenden 2,7-Millionen-Hauptstadt von Taiwan.


Als wir den bunt geschmückten Eingang des Longshan – einem der ältesten taoistischen Tempel des Landes – betreten, steigt uns ein süßlicher Duft in die Nase. Sofort wird klar, warum. Beinahe jeder Tempelbesucher hält ein Räucherstäbchen in der Hand.


Aus einem großen Bronzekessel dringen dichte Rauchschwaden, daneben legen Gläubige Opfergaben ab und beten. Das bunte Treiben ist eine Wohltat für die Augen der Besucher, neue Eindrücke, wohin man blickt.


Gastfreundlichkeit
Wer will, kommt rasch mit den Einheimischen ins Gespräch. Taiwan gilt als äußerst gastfreundliches Land, dieser Eindruck bestätigt sich an fast jeder Ecke. Anders als auf Festland-China kommt man mit Englisch problemlos durch, viele Menschen geben sich sogar einen englischen Namen, mit dem sie anstatt ihres ursprünglichen Namens angesprochen werden. So übrigens auch Reiseleiter Albert. Er führt uns auf den Jianguo Holiday Flower & Jade Market. „Ein Tipp von meiner Frau“, wie uns Albert schmunzelnd verrät. Wer hier durchschlendert, braucht Zeit und Geduld. Hunderte Menschen schieben sich auf der Suche nach exotischen Blumen oder Jade-Schmuck durch die schmalen Gänge. Ein Paradies für Schnäppchenjäger.


Zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten stehen aber noch bevor. Die Chiang Kai-Shek-Gedächtnishalle steht auf einem 25 Hektar großen Areal mitten im Zentrum Taipehs. Ein gigantisches Andenken an einen der bedeutendsten Politiker des Landes. Hier findet die Wachablöse statt. Wir laufen die 90 Stufen hoch und schaffen es gerade noch rechtzeitig zu dem Spektakel, das sich vor beeindruckender Kulisse abspielt – der Bronzestatue des verstorbenen Präsidenten Chiang Kai-Shek, 16 Meter hoch und ganze 25 Tonnen schwer.


Und auch das National Palace Museum gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Taiwanbesuchers. Jade-Schmuck, Bilder aus der Tang-Dynastie, Schnitzereien aus der Ming- und Qing-Dynastie – die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunst sieht man nicht alle Tage. Selbst die Kunstbanausen unserer Reisegruppe sind begeistert.


Und doch bleibt uns ein großer Teil der Exponate verborgen. „Die Ausstellung wird vier Mal im Jahr gewechselt“, erklärt Guide Michael (Bild), der durch die Räume führt. „Alles zu sehen würde 25 Jahre in Anspruch nehmen.“ So viel Zeit haben wir dann leider doch nicht.






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