Der Nothilfekoordinator der UN, Stephen O’Brien, schlägt Alarm: In Teilen Afrikas und Asiens drohen 20 Millionen Menschen zu verhungern. Betroffen sind primär vier Länder: Jemen, Südsudan, Somalia und Nigeria. Es bleibe nicht mehr viel Zeit, um zu reagieren.
Stephen O’Brien hat jüngst die vier Krisenregionen Jemen, Südsuden, Somalia und Nigeria besucht. Seine Eindrücke packte der Brite in deutliche Worte, als er vor dem UN-Weltsicherheitsrat sprach:


Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben, so O’Brien. Es sei ein kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen erreicht. Laut O’Brien steht die internationale Gemeinschaft vor der, wie er sagt, größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung im Jahr 1945.


Laut UN-Angaben sind im Jemen 7,3 Millionen Menschen von dieser betroffen, in Somalia 2,9 Millionen. Im Südsudan sind es fünf Millionen und in Nigeria 5,1 Millionen. Hinzu kommen 462.000 Kinder im Jemen, 185.000 in Somalia, 270.000 im Südsudan und 450.000 in Nigeria, die schon jetzt an Unterernährung leiden.


Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich, und ohne eine breite internationale Reaktion wird sie noch schlimmer“,sagte O’Brien.


Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam – den Konflikt. Das bedeutet, dass wir [die Vereinten Nationen] die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern.


Noch bestehe Gelegenheit, das Schlimmste zu verhindern. Doch rasche Hilfe sei erforderlich. Der Brite sprach von 4,4 Milliarden Dollar, die bis Juli benötigt werden. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel äußerte sich ebenfalls besorgt:


Wenn jetzt nicht bald umfassende internationale Hilfe einsetzt, droht Millionen von Menschen in den betroffenen Regionen der Hungertod, so Gabriel. Die Lage in den Hungerregionen am Horn von Afrika, in der Tschadsee-Region sowie im Südsudan sei zum Verzweifeln, sagte Gabriel weiter:


Kinder sterben unter den Augen der Weltöffentlichkeit.


Gabriel betonte, dass Deutschland bereit sei, hier voranzugehen. Er habe dem UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien zugesagt, die humanitäre Hilfe für die Krisenregionen am Horn von Afrika zu verdoppeln und zusätzlich 15 Millionen Euro an Hilfsgeldern für weitere dringliche Vorhaben bereitzustellen.


Es braucht jetzt rasch eine konzertierte Aktion der internationalen Gebergemeinschaft,forderte der 57-Jährige.


Ohne das massive und nachhaltige Engagement der internationalen Gemeinschaft wird es nicht gelingen, noch rechtzeitig mit Hilfe vor Ort zu sein.


Laut dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres sind bisher lediglich 90 Millionen Dollar an Hilfsmitteln zusammengekommen. Das sind nicht einmal zwei Prozent der benötigten Summe.






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