Wartehäuschen sind oft elende Orte, an denen man nur Zeit totschlägt. Doch in Singapur gibt es jetzt eine Bushaltestelle mit Bücherregal, Schaukel und Palmengarten auf dem Dach.


Singapur, das ist die schlechte Nachricht, gehört zu den Städten mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Dort zu leben ist also ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Für jene, die es sich leisten können, und das wäre die gute Nachricht, tut der Stadtstaat in Südostasien, bevölkert von Millionen Menschen, allerding auch mehr als die meisten anderen Städte.


Zum Beispiel gibt es einen Plan zur Begrünung des öffentlichen Raumes. Demnach soll bald jeder Einwohner in möglichst kurzer Entfernung zu einem Park leben. Die Regierung hat den Ehrgeiz, aus Singapur die „grünste Stadt der Welt“ zu machen.


Diesem großen Ziel dient jetzt auch ein kleines Experiment. Nämlich ein vom Büro DP Architects (Singapur) gestaltetes Bushaltehäuschen, das dem öffentlichen Nahverkehr zu mehr Attraktivität verhelfen soll. Das Besondere daran: Es ist eher eine Mischung aus Spielplatz, Bibliothek und Cafe – als jener transformatorische Zwischenraum des Elends und des Zeittotschlagens, wie man ihn besonders aus Deutschland kennt. Man kann hier lesen (Bücher für beinahe jedes Alter liegen wie in einer öffentlichen Ausleihe bereit, außerdem lassen sich über einen QR-Code auch e-Books laden), schaukeln, sein Handy aufladen oder einfach glücklich sein im Schatten von Bäumen. Letztere wachsen im Garten auf dem Dach. In sechs Monaten soll eruiert werden, welche der Angebote auch in anderen Stationen auftauchen sollen.


Haltestellen sehen oft so aus, als wollten sie einem „Hau ab!“ zurufen


Ach ja, man kann inmitten dieses sehr ansprechend gestalteten Ambientes auch auf den Bus warten. Schön. Und auch merkwürdig: Die moderne Nomadengesellschaft ist in einem durch und durch mobilen Leben schließlich immer öfter angewiesen auf Bahnhöfe, Flughäfen, U-Bahnstationen oder eben Bushaltehäuschen.


Diese Orte, an denen wir immer mehr Zeit verbringen, sind allerdings meistens so sehr als Unorte gestaltet, als wollten sie einem „Hau ab!“ zurufen. Dem stellt sich Singapur nun versuchsweise entgegen – mit einem Raum der Mobilität, der einen sofort immobil werden lässt. Man kann fast darin wohnen und will gar nicht mehr unterwegs sein. Und das ist nun wirklich eine gute Nachricht – außer für die traurigen Busse vielleicht.






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