Von Dorothea Hülsmeier, dpa


Nepal wurde vor einem Jahr von einem gewaltigen Erdbeben heimgesucht. Während tausende Menschen heute noch unter Wellblech neben ihren zerstörten Häusern leben, kommt der Wiederaufbau einzelner Tempel und Kulturstätten voran.


Düsseldorf (dpa) – Niels Gutschow zögerte nicht lange: Schon drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal fing der deutsche Architekturhistoriker an, mit Hilfe von Schülern und Soldaten Holzsparren der zerstörten Tempel am Darbar-Platz in Patan zu sichern. Ein Jahr nach der Erdbeben-Katastrophe kommt der Wiederaufbau einiger bedeutender Kulturerbe-Stätten des Himalaya-Staats voran – auch dank deutscher Unterstützung. Einzelne historische Gebäude und Tempel in Patan sollen Ende des Jahres wieder wiederhergestellt sein. Das kündigten Vertreter der Gerda Henkel Stiftung und des Auswärtigen Amts am Dienstag in Düsseldorf an.


Die Stiftung hatte für den Wiederaufbau eingestürzter Tempel und Hallen, die zum Unesco-Welterbe gehören, eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250 000 Euro. Das erste Geld floss bereits im August 2015. Auch in anderen Orten werden Wiederaufbauprojekte historischer Gebäude sowie die Fortbildung von Fachkräften unterstützt.


Während Tausende Menschen in Nepal in den betroffenen Gebieten noch unter Wellblech leben und kaum genug zu essen haben, mag der Wiederaufbau der Tempel und Palastanlagen zweitrangig erscheinen. Gutschow, der seit 45 Jahren in Nepal Restaurierungs-Projekte betreibt, sagt jedoch: «Wir haben es hier nicht mit toten Ruinen zu tun.» Die Tempel seien täglicher Anlaufpunkt für die Bevölkerung, denn die Stätten würden ihrer Ansicht von Göttern bewohnt. «Diese Götter leben und brauchen ihr Obdach wieder.» Außerdem seien die Tempel als touristische Hauptattraktionen «Basis der Ökonomie».


Der Wiederaufbau der Gebäude aus dem 16. bis 18. Jahrhundert bringt vielen Einheimischen auch Beschäftigung. Wichtigste Restauratoren seien die lokalen Zimmerleute, die das Handwerkswissen von ihren Vätern und Großvätern vererbt bekämen, sagt Gutschow. Die Handwerker schnitzten zerstörte Holzsäulen nach historischem Vorbild nach. Dabei arbeiteten sie nur mit groben Zeichnungen, es werde auch nichts digital erfasst. «Das schafft Wissenskapital, das sie weitergeben können», sagt Gutschow.


Der 1637 erbaute Krishna-Tempel in Patan, der als eine Ikone der Architektur Nepals gilt und zu Festtagen von Tausenden Einheimischen besucht wird, könnte nach Worten Gutschows Ende des Jahres wieder zugänglich sein. Der Wiederaufbau des fast vollständig eingestürzten Harishankara-Tempel werde wohl erst in etwa drei Jahren abgeschlossen sein.






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